Nicht nur, daß wir fast vollkommen blutleer sind – die Kampfgelsen haben heut nacht Festmahl gehalten – gab’s heut morgen noch eine Überraschung der besonderen Art. Der technische worste case ist eingetreten: Die BMW will einfach nicht mehr anspringen. Denkbar ungünstige Location hier, zumal wir über Wiesen und sandige Trails eine Steilstufe direkt runter ans Donauufer an den Strand gefahren sind. Völlig ratlos und perplex sitzen wir im Sand und starren aufs Wasser. Neuerlicher Versuch, noch dreht sich der Starter aber die Batterie schwächelt langsam. Rudi schraubt die Kerzen raus und überprüft, ob’s einen Funken gibt. Fehlanzeige. Auf beiden Seiten. Das heisst: Zündung tot. Nun, ein grosses Service wurde der GS gewissenhaft vor der Abfahrt genehmigt, darum sind wir noch mehr verwundert über die Macke. Tja, was soll’s, eine Entscheidung und ein Plan B muss her. Nach längerem Beraten fassen wir den Entschluss, die GS hier in Sicherheit zu bringen und mit der XT wieder heimzufahren. Leichter gesagt als getan. Zuerst mussten wir die fette Kuh vom Ufer wieder durch die sandigen Steilstufen nach oben und dann in zivilisierte Gegend bringen. Intuitiv hatten wir schon so eine Art Abschleppseil mitgenommen. Cordi schwitzt Blut, schon bei dem Gedanken daran, die Dicke samt Rudi am Haken aus der Senke nach oben schleppen zu müssen. Wir werfen allen Ballast ab und schieben das Motorrad in die günstigste Position. Zum Glück ist es heute recht kühl, aber trotzdem drückt es uns den (Angst-)Schweiss aus den Poren. Cordi nimmt allen Mut zusammen und schafft das schier unmögliche: Mit fast Vollgas treibt sie die XT die kleine Stufe hoch, eine Sandfontaine entflieht ihrem bestolltem Hinterrad und trifft Rudi mit voller Wucht, aber die Fuhre läuft. Wir holen das Gepäck und machen uns auf die Suche nach einem Unterschlupf für die GS. Am Dorfeingang sehen wir einen Bauern, der in seinem riesigen Garten gerade den Rasen mäht. Wir rufen ihn flehend herbei und erklären ihm mit Händen und Füssen stotternd unser Problem. Er antwortet uns in bestem ungarischem deutsch und öffnet sein Gartentor. Wir sind erleichtert und versichern ihm, das Moped morgen mit dem Hänger zu holen. Jetzt können wir eh nur mehr vertrauen. Seine Frau kommt aus dem Haus und schon halten wir eine Tasse frischen Kaffee und einen Schnaps zur Beruhigung in den Händen.

Wir räumen die XT noch ab und rauschen schlussendlich auf einem Motorrad wieder Wien entgegen. Kurz vor Mittag sind wir wieder zu Hause und können es noch immer nicht fassen. :-( ((((